News

Einladung zur Kundgebung am 12. Mai vor dem Roten Rathaus

Noch nie wurde so deutlich wie während der Corona-Pandemie, dass es dringend mehr Personal und gute Arbeitsbedingungen in unseren Krankenhäusern braucht. 

Die Krankenhaus Beschäftigten von Charite, Vivantes und Vivantes Töchtern wollen deswegen dieses Jahr mehr Personal, gute Patient*innen Versorgung und faire Löhne ( “TVöD für alle”) mit einem Tarifvertrag erreichen.

Am 12. Mai überreichen darum 500 Krankenhausbeschäftigte als Delegierte ihrer Stationen und Bereiche zusammen mit 500 Unterstützer*innen aus ganz Berlin ihre Forderungen an den Berliner Senat und starten ein 100-Tage Ultimatum an Senat und Klinikleitungen. 

Es müssen jetzt die richtigen Schlüsse aus der Pandemie gezogen werden und die Arbeit im Gesundheitswesen muss endlich die Anerkennung bekommen die sie verdient. Dafür sind auch wir, als Berliner Zivilgesellschaft, gefragt. Gemeinsam müssen wir klar machen, dass die Arbeitsbedingungen im Krankenhaus darüber entscheiden, ob Wir, unsere Freund*innen oder Verwandten in Zukunft in Würde versorgt werden können. 

Am 12. Mai haben wir die Möglichkeit uns hinter die Forderungen der Krankenhaus Beschäftigten zu stellen und  als Stadtgesellschaft ein Zeichen zu setzen für eine bessere Gesundheitsversorgung. 

Kommt mit euren Freund*innen, Kolleg*innen, Verein, Gemeinde oder Gruppe am 12. Mai zum Roten Rathaus. Bringt Schilder und Plakate mit, mit eurer Botschaft, warum ihr Teil der Berliner Krankenhaus Bewegung seid. 

Hier könnt ihr euch zur Teilnahme anmelden:  https://www.redseat.de/12-mai/

Wichtig: Auf der Kundgebung werden die Abstandsregeln eingehalten und durch Punkte auf dem Boden die Stehplätze markiert. Es gilt Maskenpflicht (FFP2) und bitte kommt nur nach voriger Online-Anmeldung zur Kundgebung.

Gemeinsam mit den Beschäftigten von Charite, Vivantes und Vivantes Töchtern können wir 2021 zum Entscheidungsjahr über Berlins Gesundheitsversorgung machen.

Kundgebung und Fahrraddemonstration gegen die Ökonomisierung im Gesundheitswesen

Die Corona-Pandemie hat die verheerenden Auswirkungen jahrzehntelanger neoliberaler Gesundheitspolitik deutlicher denn je hervortreten lassen: Die Krankenhäuser hatten keine Reservekapazitäten für Notfälle. Die Marktorientierung und die Finanzierung über Fallpauschalen sind verantwortlich für den akuten Personalmangel. Jahrelang vernachlässigte Investitionen und die Aufrechterhaltung der Profitorientierung in der Pandemie verschärfen die finanzielle Situation der Krankenhäuser. Hinzu kommen ebenso zusammengesparte Gesundheitsbehörden, die im Chaos versinken und nicht in der Lage sind, die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen. Und obwohl die Entwicklung der Impfstoffe gegen das Coronavirus mit öffentlichen Mitteln finanziert wurde, sichern sich private Pharmakonzerne das Monopol und machen Profit. Wir fordern eine Umorientierung zu einer Politik, die ein solidarisch finanziertes und gemeinwohlorientiertes Gesundheitssystem für Alle im Blick hat.

Zusammen mit dem Walk of Care rufen wir daher am Weltgesundheitstag, dem 7. April, zur Kundgebung der Kampagne #Gibuns5 um 16 Uhr vor dem Bundesgesundheitsministerium auf. Anschließend werden wir mit einer Fahrraddemonstration verschiedene Akteur*innen und Profiteur*innen der neoliberalen Zurichtung des Gesundheitswesens aufsuchen und sichtbar machen. Es sind zum Teil die Gleichen, die auch für die Klimakrise und damit für die größte Bedrohung der globalen Gesundheit mitverantwortlich sind. Deshalb werden wir den Aktionstag auch zusammen mit Gruppen aus der Klimagerechtigkeitsbewegung gestalten.

Wo und Wann:

16:00 | Kundgebung des Walk of Care, Bundesgesundheitsministerium, Friedrichstr. 108, 10117 Berlin

17:30 | Fahrraddemonstration vom gleichen Ort

Kundgebung und Fahrraddemonstration finden im Rahmen des europäischen Aktionstages „Our Health is not for sale“  und der bundesweiten Aktionstage Corona muss Konsequenzen haben – Gesundheit statt Profite! statt.

Der Infektionsschutz ist uns sehr wichtig. Auf der Kundgebung und während der Fahrraddemonstration gilt die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und das konsequente Einhalten der Mindestabstände.

Es rufen auf:

Berliner Bündnis Gesundheit statt Profite

Walk of Care

medico international

Ende Gelände Berlin

Extinction Rebellion Berlin

Fridays for Future Berlin

Grüne Jugend Berlin

Berlin für mehr Personal und faire Löhne im Krankenhaus – Einladung zur Stadtversammlung am 21.4.

Liebe Berliner*innen.

Wir, Pflegekräfte, Reinigungskräfte, Beschäftigte aus dem Labor, im Service und aus allen Bereichen der Krankenhäuser Charité und Vivantes, laden euch zu einer Berliner Online-Stadtversammlung am 21. April um 18 Uhr ein. Gemeinsam mit euch, wollen wir dieses Jahr für eine bessere Gesundheitsversorgung in Berlin kämpfen.

Applaus alleine reicht nicht. Gemeinsam für mehr Personal, gute Patientenversorgung und faire Löhne ( “TVöD für alle!”) 

Seit über einem Jahr hält uns die Corona Pandemie in Atem. Wir geben täglich unser Bestes, um die Gesundheitsversorgung Berlins am Laufen zu halten. Doch auch noch so viel persönlicher Einsatz kann den dauerhaften Personalmangel und schlechte Arbeitsbedingungen nicht ausgleichen. Darunter leiden wir und unsere Patient*innen. So kann es nicht weitergehen. Gemeinsam können wir es verändern!

Wir wollen 2021 zum Entscheidungsjahr über die Gesundheitsversorgung in Berlin machen. Gewinnen können wir nur, wenn die Stadtgesellschaft hinter uns steht. 

Was passiert bei der Stadtversammlung?

Bei der Stadtversammlung berichten wir von den Zuständen in den Berliner Krankenhäusern und geben euch einen Einblick hinter die Kulissen. 

Gemeinsam mit euch, wollen wir darüber sprechen, wie ihr unseren Kampf für einen Tarifvertrag für mehr Personal und für faire Löhne (“TVöD für alle!”), dieses Jahr unterstützen könnt.

Die Stadtversammlung findet als Videokonferenz statt.

Hier geht es zur Anmeldung: redseat.de/stadtversammlung 

Nach der Anmeldung bekommt ihr alle weiteren Informationen, die ihr zur Teilnahme benötigt. 

Wir freuen uns auf euch! 

Berliner Krankenhaus Bewegung und das Bündnis Gesundheit statt Profite

Stadtversammlung_Flyer

Patente töten. Impfstoffe gehören allen. Überall.

Am kommenden Mittwoch protestieren wir in Solidarität mit den Menschen des Globalen Südens vor dem deutschen Wirtschaftsministerium. Wir erleben, wie die Industrienationen die Interessen von Pharmakonzerne schützen und damit die globale Verfügbarkeit der Impfstoffe massiv behindern. Das führt in Europa zu logistischen Schwierigkeiten. Global führt es dazu, dass in den armen Regionen dieser Welt nur ein Bruchteil der Bevölkerung rasch geimpft werden kann und die Menschen dort nicht nur an Corona sterben, sondern auch an den sozialen Folgen der Pandemie: an Armut und fehlender Gesundheitsversorgung.

 

Deswegen ist es wichtig, dass endlich an den Orten protestiert wird, an denen dieses System verteidigt und abgesichert wird. Am Mittwoch, den 10. März, treffen sich die 162 Mitglieder der Welthandelsorganisation (WTO), um ein weiteres Mal im TRIPS Council über den Antrag von mehr als 100 Staaten des Globalen Südens zur Aussetzung der Covid19-Patente und anderer Rechte auf geistiges Eigentum zu beraten. Doch Deutschland, Europa und fast alle Industrienationen blockieren den „TRIPS-Waiver“, mit dem die Rechte auf geistiges Eigentum für die Zeit der Pandemie ausgesetzt werden sollen. Deswegen treffen auch wir uns: Vor dem Wirtschaftsministerium, das Deutschland bei den Verhandlungen vertritt. Unsere Forderung: Die Bundesregierung soll dem Vorschlag in der EU zustimmen, um die Produktion des von allen Menschen sehnsüchtig erwarteten Impfstoffs zu beschleunigen und langfristig durch Technologie-Transfer weltweit zu sichern.

Damit sind wir nicht alleine. Es regt sich weltweit Protest. Zahlreiche Bewegungen aus aller Welt fordern eine Aussetzung der Corona-Patente. Über 100 Organisationen aus dem Globalen Süden haben Bundeskanzlerin Merkel einen Brief geschrieben, in dem sie Deutschland auffordern, sich für die Initiative bei der WTO einzusetzen – zugunsten der Prävention, der Behandlung und der Eindämmung von Covid-19.

 

Unsere internationale Solidarität ist jetzt gefragt, denn das Virus trifft alle, aber auf unterschiedliche Weise. Die globale Impfstoff-Versorgung ist derzeit von einigen wenigen Pharma-Unternehmen abhängig, die ihre riesigen Gewinne über Patente absichern und damit das Wissen und die Produktion in ihren Händen behalten wollen.

 

Das Patentsystem lenkt die Erforschung und Produktion von medizinischen Erzeugnissen nach der Logik von Gewinnmaximierung und Kapitalerträgen und nicht nach dem Bedarf. Lebensrettende Medikamente werden nicht gerecht verteilt und Medikamente für Krankheiten, von denen Millionen Menschen betroffen sind, nicht erforscht, wenn keine kaufkräftigen Abnehmer*innen dahinterstehen.

 

Die Regierungen der Industrienationen weigern sich mit der Blockade gegen die Aussetzung der Patente ihrer Verpflichtung nachzukommen – die Macht der Pharmakonzern im Menschheitsinteresse zu begrenzen.

Das Wissen über Covid-19 ist ein Gemeingut der Menschheit und der Zugang zu bestmöglicher Gesundheitsversorgung ist ein Menschenrecht!

Zur Kundgebung rufen die Frankfurter Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international, das globalisierungskritische Netzwerk Attac Deutschland, die Interventionistische Linke (IL), die BUKO Pharma-Kampagne und Afrique-Europe-Interact, das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR), das Bündnis Ende Gelände und das Berliner Bündnis Gesundheit statt Profite auf.

Wir kriegen die Krise!

Pressemitteilung zur Kundgebung am Invalidenpark zum Internationalen Frauen*kampftag am 8. März in Berlin

Anlässlich des 8. März – dem Internationalen Frauen*kampftag – sagen wir: Wir kriegen die Krise! Im Zuge der  Corona-Pandemie sind feministische Kämpfe zum Thema Gesundheit so wichtig wie nie zuvor. Zum einen wird deutlich, dass die feminisierte Arbeit im Gesundheitssektor unfair entlohnt und als selbstverständlich hingenommen wird. Zum anderen ist erkennbar, wie prekär die gesellschaftlichen Bedingungen für die Gesundheit von Frauen* und queere Personen sind: Schwangerschaftsabbrüche werden durch die Pandemie extrem erschwert, häusliche Gewalt gegen Frauen* und queers hat Konjunktur. Das zeigt: Ihr wollt unsere Arbeit, gebt uns aber nicht unsere Rechte.

Zwar hat die Corona-Pandemie den politischen Verantwortlichen die Bezeichnung „systemrelevant“ für den Erziehungs- und Gesundheitssektor abgerungen und damit das Eingeständnis geliefert, dass die so genannten “Frauenberufe” die elementarsten für unsere Gesellschaft sind. Doch bleibt diese Anerkennung weiterhin ein Lippenbekenntnis. Wir gehen auf die Straße, damit diese wichtige Arbeit sichtbar wird, sie anerkannt, fair entlohnt und gerecht zwischen den Geschlechtern verteilt wird!

Sorge- und Pflegearbeit = “Frauensache”?!

Der Gesundheitssektor steht aktuell beispielhaft für gesellschaftliche Sorgearbeit. „Es ist kein Zufall, dass Angestellte in Sorgeberufen schlecht bezahlt, prekär beschäftigt und überlastet sind: Nach wie vor werden sie als so genannte ,Frauenberufe` gesehen und damit gesellschaftlich abgewertet,“ sagt Anna Will von feminist*dialogues. „Dabei funktioniert unsere Gesellschaft nicht ohne professionelle und private Pflege, Erziehung, Hausarbeit, Reinigungsarbeit, Sozialarbeit oder auch emotionale Arbeit. Eine grundsätzliche Anerkennung der Arbeit, die beinhaltet, sich um andere Menschen zu sorgen, ist nötig.“ Dafür braucht es eine Umstrukturierung der gesamten Gesellschaft hin zu einer Care-Ökonomie inklusive Politiken, die Sorgearbeit geschlechtergerecht verteilen und Sorgeberufe fair entlohnen. 

Im Gesundheitssystem werden Frauen* und queers benachteiligt!

Unser Gesundheitssystem ist noch immer durch patriarchale Herrschaftsverhältnisse geprägt. „Der Zusammenhang von Geschlecht und Geschlechtsidentität zeigt sich in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung“, sagt Lotte Schwarz vom feministischen Streik Berlin: „Auch heute werden Frauen* und queers benachteiligt, sei es im Bereich der professionellen Pflege, der Pflege von Angehörigen, der medizinischen Versorgung im Hinblick auf Schwangerschaft, Geburt und Schwangerschaftsabbruch, ihnen wird schlicht (körperliche) Selbstbestimmung abgesprochen.“

 Professionelle Pflege wird vor allem von Frauen* geleistet

Über 75% der Beschäftigten in der Krankenpflege, den Servicebereichen wie Reinigung und Speisenversorgung, sind Frauen*. An den unhaltbaren Arbeitsverhältnissen in der professionellen Pflege hat sich nichts geändert. Es sind gerade die professionell Pflegenden, die Pflegebedürftigen ein selbstbestimmteres Leben ermöglichen könnten. „Wie in allen ,Frauen*berufen’, werden den Fachpersonen Kompetenzen abgesprochen und die hochkomplexe Arbeit und das dafür nötige Fachwissen weder gesehen noch gewürdigt“, sagt Silvia Habekost vom Berliner Bündnis Gesundheit statt Profite: „Wer glaubt, man könne Leben retten oder Beatmungsmaschinen bedienen nur aufgrund eines ,großen Herzens’, wird keine angemessenen Löhne oder Arbeitsverhältnisse durchsetzen und den Pflegenotstand somit weiter verschärfen.”

“Männliche” Medizin riskiert die Gesundheit von Frauen

Auch in unserem medizinischen Verständnis sind Frauen* unterrepräsentiert. Der biologisch männliche Körper ist bis heute die Norm der medizinischen Lehre. Nach wie vor gibt es zu wenig Forschung zu unterschiedlichen Symptomen der gleichen Erkrankungen bei Frauen* bzw. queers  und Männern*. Auch Medikamente sind in der Forschung und der Dosierung auf den Stoffwechsel von cis-Männern zugeschnitten. Die Zusammenhänge zwischen Geschlecht und Medizin sind immer noch ein völlig unterrepräsentiertes Gebiet der Forschung. „Das Gesundheitssystem ist in der Versorgung von Frauen* damit deutlich schlechter aufgestellt, als in der Versorgung der Männer*.“ sagt Gökçe Okumuş vom Walk of Care.

Frauen* können noch immer nicht über ihre eigenen Körper bestimmen

Besonders deutlich wird die Benachteiligung von Frauen* bei der körperlichen Selbstbestimmung. Bis heute stellt die Beendigung einer ungewollten Schwangerschaft, zusammen mit Mord, Totschlag und Tötung, eine Straftat gegen das Leben gemäß §218 StGB dar. Ärzt*innen, die über einen Schwangerschaftsabbruch aufklären, werden strafrechtlich verfolgt. Körperliche Selbstbestimmung bleibt damit ein Privileg von gesunden Männern* und wird Frauen* und queers bis heute verwehrt. „Eine gute Aufklärung und gesundheitliche Versorgung von ungewollt Schwangeren, wird dadurch behindert. Ungewollt Schwangere sehen sich Repression und gesellschaftlicher Ächtung ausgesetzt. Auf der anderen Seite ist übergriffiges, in vielen Fällen traumatisierendes Verhalten im Kreissaal an der Tagesordnung. Kaiserschnitte werden häufig nicht aus medizinischer Notwendigkeit durchgeführt sondern weil sie am lukrativsten sind.“ sagt Jule Meier vom Frauen*streikkomitee Wedding.

Unsere Leben sind mehr wert als ihre Profite!

Diese Verhältnisse haben System. “Das Gesundheitssystem und wie unbezahlte Arbeit organisiert wird, dient heute den Profiten einiger weniger und nicht einem guten Leben von uns allen. Das sehen wir gerade in der Pandemie”, sagt Tabea Winter von Brot und Rosen. “Wir sind deshalb der Meinung, dass das Gesundheitssystem unter Kontrolle der Beschäftigten verstaatlicht werden muss.”

 Feministische und gesundheitspolitische Gruppen und Bündnisse fordern mit einer gemeinsame Kundgebung am 08. März um 11 Uhr am Invalidenpark :

– konsequente Anerkennung und gerechte Bezahlung von Pflege- und  Sorgearbeit  

– geschlechtergerechte Verteilung von Pflege- und Sorgearbeit  

– das Recht auf körperliche Selbstbestimmung     

– kostenlose Gesundheitsversorgung in allen Lebenslagen.

Mit Redebeiträgen und musikalischer Untermalung schaffen sie gemeinsam einen “Platz für Sorge”. Eine Kunstinstallation macht dort Pflege- und Sorgearbeit sichtbar. Unter dem Motto “Sorgearbeit ist goldene Arbeit” werden golden eingefärbte Utensilien der Sorge- und Pflegearbeit wie Einmalhandschuhe, Klobürsten und Babyschnuller künstlerisch präsentiert. Forderungen der Besucher*innen und Passant*innen bezüglich Care- und Pflegearbeit werden öffentlich gesammelt.

Die Kundgebung wurde u.a. organisiert vom Walk of Care, dem Frauen*streikkomitee Wedding, dem Feministischen Streik Berlin, Brot und Rosen, feminist* dialogues und dem Berliner Bündnis Gesundheit statt Profite.

Gesundheitskämpfe 2021: Einladung zum offenen Treffen des Berliner Bündnisses Gesundheit statt Profite

2021 ist für die Auseinandersetzungen im Gesundheitswesen ein entscheidendes Jahr. Mit der Erfahrung der Corona-Pandemie ist vielen Menschen klar geworden, dass es mit einem Gesundheitssystem, das geprägt ist von Ökonomisierung und Profitlogik nicht mehr weitergehen kann. Denn das Alles geht zu Lasten einer menschengerechten Versorgung.
Wir als Berliner Bündnis Gesundheit statt Profite bereiten uns dieses Jahr auf zahlreiche betriebliche und politische Auseinandersetzungen vor. In Berliner Krankenhäusern, mit verschiedenen Aktionstagen und auf lokalen oder überregionalen Demos – dieses Jahr steht viel an! Daher wollen wir uns verbreitern und laden alle interessierten Menschen ein zu einem offenen Bündnistreffen am
Montag, 15.03.2021 um 18 Uhr
Wir treffen uns derzeit online. Auf dem Treffen werden wir noch (ein bisschen) ausführlicher erzählen, was die Themen unserer Arbeit sind. Vorstellen, wie unsere Struktur funktioniert, aber auch schon konkret mit den Planungen für dieses Jahr beginnen. Wir wollen damit Neuen direkt einen Eindruck vermitteln, wie wir so funktionieren und wie Mensch bei uns mitmachen kann.
Wenn du Interesse hast, schreib eine Mail an info@gesundheitohneprofite.de für den Zoom-Link. Mehr Infos über uns findest du unter www.berlin-gesundheit-statt-profite.de.
Wir freuen uns!
Solidarische Grüße,
das Berliner Bündnis Gesundheit statt Profite

Kundgebung zum internationalen Frauen*kampftag

Am 8. März ist internationaler Frauen*kampftag! Wir wollen trotz der Corona- Krise zusammen in der Öffentlichkeit sichtbar werden und für eine geschlechtergerechte und demokratische Gesellschaft kämpfen!

Die ohnehin prekären Bedingungen in den sogenannten systemrelevanten Berufen im Pflege- und Gesundheitssektor haben sich durch die Corona-Krise zusätzlich verschärft. Überwiegend Frauen* arbeiten in diesen Berufen und sind konfrontiert mit Personalmangel, ungenügender Bezahlung und fehlender Anerkennung. Auch die oft unbezahlte Pflege- und Sorgearbeit in der Familie wird überwiegend von Frauen* und Queers übernommen und in Zeiten der Pandemie häufig auch noch die Kinderbetreuung im Home-Office.

Hinzu kommt die ungenügende Gesundheitsversorgung von Frauen* insbesondere für einen sicheren Schwangerschaftsabbruch und eine sichere Geburt.

Wir nehmen diese Verhältnisse nicht weiter hin und fordern:

  • das Recht auf körperliche Selbstbestimmung
  • kostenlose Gesundheitsversorgung für alle
  • Enteignung und Vergesellschaftung von Krankenhäusern und Pharmakonzernen
  • gerechte Bezahlung von Pflege- und Sorgearbeit
  • konsequente Anerkennung und gerechte Verteilung von Pflege- und Sorgearbeit

Gemeinsam mit dem Walk of care, dem feministischen Streik Berlin, dem Frauen*streikkomitee Wedding, Brot & Rosen und Feminist* Dialogues wollen wir die feministischen Forderungen auf die Straße tragen!
Außerdem wird es musikalische Beiträge für die kämpferische Stimmung geben – wir freuen uns auf euch:

Kommt am 8. März um 11 Uhr zum Invalidenpark!

Auf der Kundgebung gilt natürlich die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und das konsequente Einhalten der Mindestabstände.

Presseerklärung: Pflege in Würde bedeutet Menschen vor Profit

++ Aktion 11.02.

Am 11.02.2021 wird die Übergabe der über 200.000 Unterschriften für die Stern-Pflegepetition stattfinden. Zu diesem Anlass organisiert das Bündnis Krankenhaus statt Fabrik eine kleine Aktion.

Als Teil von „Krankenhaus statt Fabrik“ unterstützt auch das „Berliner Bündnis Gesundheit statt Profite“ die Aktion und Beschäftigte werden unter dem Motto „Hört auf uns“ deutlich machen, welche konkreten Reformen sie nun von der Bundesregierung erwarten.

Nachdem unser Volksentscheid Gesunde Krankenhäuser am 20. Januar vom Berliner Verfassungsgericht für unzulässig erklärt wurde, fordern wir jetzt mit noch mehr Nachdruck die sofortige Umsetzung der PPR 2.0 auf Bundesebene“, sagt Silvia Habekost, Krankenpflegerin und Mitinitiatorin des Volksentscheids.

Anja Voigt, Krankenpflegerin und aktiv im Bündnis Gesundheit statt Profite fügt hinzu: „Wir begrüßen die Pflegepetition vom Stern, weil die Rückkehr der Krankenhäuser und der Gesundheitsversorgung allgemein in die vollständig und solidarisch finanzierte Daseinsvorsorge nur mit einer breiten gesellschaftlichen Unterstützung gelingen kann.“

Bremer Studie zur Rückkehr in den Pflegeberuf

Ist die Forderung nach einem verbindlichen Personalschlüssel sinnvoll, wenn es keine Pflegekräfte gibt, die eingestellt werden könnten? 

Die Bremer Studie “Ich pflege wieder, wenn…” (03.02.2021) untersucht, wie groß das Potenzial bei ausgestiegenen sowie Teilzeit-Pflegekräften ist, in den Beruf zurückzukehren bzw. die Stundenanzahl zu erhöhen. Das zentrale Ergebnis sei vorweggenommen: es besteht (wenig überraschend) ein hohes Potenzial, bereits ausgebildete Pflegekräfte für den Beruf zurückzugewinnen. Wo liegt also das Problem?

In der Studie wurden ca. 1000 Pflegekräfte aus Bremen und Umgebung per Online-Fragebogen gefragt, ob eine Rückkehr in den Pflegeberuf für sie in Frage kommt und welche Bedingungen dafür erfüllt werden müssten. Bei den Befragten handelt es sich um Teilzeitbeschäftigte sowie aus dem Beruf ausgestiegene Pflegekräfte, die in der ambulanten sowie (teil-)stationären Langzeitpflege tätig sind/waren. Das Potenzial ist groß: mehr als 60% halten eine Rückkehr für eher bis sehr wahrscheinlich. Auch unter 50% der Teilzeitpflegekräften besteht die Bereitschaft, ihre Stunden möglicherweise aufzustocken. Hochrechnungen auf Grundlage dieser Studie (nur in Bezug auf die Teilzeitkräfte, da keine Zahl an ausgestiegenen Pflegekräften bekannt ist) ergeben Schätzungen zwischen 92.000 und 170.000 Vollzeitkräften, die so mehr zur Verfügung stehen würden – allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Nicht nur in Anbetracht des weiter steigenden Mangels an Pflegepersonal ist die Frage, wie diese Bedingungen umgesetzt werden können, mehr als berechtigt; bereits jetzt ist eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen nur mit einer zugrunde liegenden Erhöhung des Pflegepersonals möglich.

Als Bedingung für eine Rückkehr steht an erster Stelle die fehlende Anerkennung und Wertschätzung vor allem durch die Vorgesetzten. Etwa drei Viertel der Befragten ist mehr Zeit für qualitativ hochwertige Pflege wichtig, ca. 70% fordern eine bedarfsorientierte Personalbemessung. Ebenfalls eine wichtige Rolle spielen eine Tarifbindung, mehr Zeit für menschliche Zuwendung und ein höheres Grundgehalt vor allem bei den unter 35-Jährigen.

Die Studie zeigt einmal mehr, was schon lang bewusst sein sollte: Es gibt ausgebildete Pflegefachkräfte, die bereit sind, in ihren erlernten Beruf zurück zu kehren. Der bewusste Stellenabbau zur Kosteneinsparung verursachte schlechtere Arbeitsbedingungen, die wiederum mehr Pflegepersonal aus dem Beruf vertrieben. Pflegekräfte aus anderen Ländern anzuwerben, um unseren steigenden Pflegebedarf decken zu können, kann keine Lösung sein. Schließlich gibt es auch in diesen Ländern pflegebedürftige Menschen – das Abwerben, wie Gesundheitsminister Jens Spahn es praktiziert, kann einerseits unser Problem nicht allein lösen und verschiebt den Mangel andererseits nur in andere Länder.

Für eine gesicherte Gesundheitsversorgung und Pflege für alle braucht es zu allererst vernünftige Arbeitsbedingungen, die es den ausgebildeten Pflegekräften ermöglichen, wieder mit Freude in ihren Beruf zurückzuhkehren. Daher fordern wir:

    • Bezahlte Zeit für gute Pflege und menschliche Zuwendung durch Pflegekräfte statt Minutenpflege, Zersplitterung der Aufgaben und Deprofessionalisierung!
    • Verbesserung der Gesundheitsausbildung und der Arbeitsbedingungen für Gesundheitsprofessionelle weltweit statt Abwerbung von Fachkräften und Illegalisierung von Pflegekräften in privaten Haushalten!
    • Selbstbestimmung für alle Gesundheitsberufe statt Fremdbestimmung und hierarchischer Arbeitsteilung!
    • Gesunde Lebensbedingungen statt Ausbeutung bis zum Burn-Out!

Weitere Beiträge von ver.di zur Studie und zum Thema Fachkräftemangel.